Wie Du JEDEN Gesichtsausdruck bekommst - Folge 10 "Einfach fotografieren" Podcast

Ein, meiner Meinung nach, echter Gamechanger, wenn Du Menschen fotografierst...
Wie Du den Blick, die Mimik bzw. Gesichtsausdruck bekommst, den Du möchtest:

„Guck mal cool in die Kamera.“ 
Wird vermutlich nicht reichen. 

Für jeden, der lieber hören, statt lesen möchte, geht es hier zum Podcast:

Wenn Du vor der Aufgabe stehst, Menschen zu fotografieren, dann möchtest Du Deinen Modellen sicher nicht nur Anweisungen geben zum Posing, also wie die Person stehen soll, sondern bestimmt auch wie sie schauen soll. Ganz besonders, wenn Du Portraits erstellst, also wirklich nur das Gesicht ablichtest, ist das sehr wichtig. Denn außer dem Blick, bzw. dem Gesichtsausdruck, bleibt der abgelichteten Person nicht mehr viel übrig um auf den Bildern zu wirken und Emotionen zu transportieren.


Vielleicht hast Du das Glück und Dein gegenüber ist Schauspieler, bzw. Schauspielerin oder ein schauspielerisches Naturtalent und kann Dir eine ganze Platte von geilen Blicken und Gesichtsausdrücken bieten. Aber vermutlich wird das eher nicht der Fall sein und Dein Model weis selbst nicht so genau, was es machen soll. 
Dann kann es sein, dass die Anweisung  „Guck mal konzentriert“ oder „schau mal grimmig“ oder „jetzt mal Dein schönstes lächeln“ bzw. die Formulierung vom Anfang „Guck mal cool in die Kamera“ schnell ins Leere geht.
 
Professionelle Fotomodelle stehen oft lange vor dem Spiegel und beobachten und probieren sich und ihre Mimik aus. Sie können Dir also eher das liefern, was Du brauchst. Aber mit meinem Trick kannst Du das aus jedem Herauskitzeln.

 

Okay. Bist Du Bereit? Hier kommt mein Tipp in nur einem Satz:


„Gib den Menschen eine Geschichte in den Kopf.“

 

Blicke und Mimik sind letztlich der äußere Spiegel von inneren Emotionen. Emotionen holen wir durch Erinnerungen hervor, Gedanken an geschehenes oder durch unsere Vorstellungskraft. 
Wenn Du es also schaffst, eine passende Emotion in Deinem Model auszulösen, wird es Ihr oder Ihm viel leichter fallen, einen dazu passenden Gesichtsausdruck liefern zu können. 

Hier ein Beispiel, aus einem Shooting das ich hatte. Ich shoote mit einem sehr netten Mann und möchte den „Badass“ aus ihm heraus kitzeln. Einen grimmigen Gesichtsausdruck, Filmbösewicht mäßig. 
„Schau mal grimmig“ - brachte mich da nicht weiter. Der Blick war nicht so, wie ich es wollte.

Da wir uns vor und während des Fotoshootings unterhalten haben, hatte er mir kurz zuvor eine Story erzählt. Nämlich, dass er sich vor etwa 8 Wochen seinen lange gehegten großen Auto-Traum erfüllt hat und einen Range Rover gekauft hat. Die Erfüllung eines Lebenstraums. Wow, toll. Leider ist 3 Wochen vor dem Shooting, also 5 Wochen nach dem Kauf des Autos, ihm an der Ampel jemand volle Kanne in den nagelneuen Range Rover gebrettert. Kein Totalschaden, aber doch schon heftig. Der Wagen musste ihn die Werkstatt und war zum Zeitpunkt des Shootings noch immer dort. Wow, was für ein Mist.

Ok, ich stehe also hinter der Kamera, möchte von diesem netten Mann einen Gesichtsausdruck wie von einem Filmbösewicht… Also sage ich diesen einen Satz: „Stell Dir vor……ich wäre der Typ, der Dir hinten in die Karre gekachelt ist!“ 

 

Ich sag Dir, ich habe durch den Sucher meiner Kamera geschaut und mir ist das Blut in den Adern gefroren. Schauer kalt den Rücken runter. Dieser Blick. YES. GENAU DAS WOLLTE ICH. 
Danach kam noch die passende Pose dazu, Zeigefinger langsam übern Hals gezogen. 
Ich mache nur „zack, zack, zack“ eine Auslösung nach der nächsten. 5 Sekunden später haben wir beide herzhaft lachen müssen. 
Und genau die Bilder, die ich brauchte, waren im Kasten. WOW. Ich habe ihm eine Geschichte, in den Kopf gesetzt. Perfekt, in dem Fall sogar noch eine echte. Und habe genau die Emotion bekommen, die ich brauchte. Die Mimik und Gestik kam dann praktisch wie von selbst. 

 

Eine andere Story: Pärchenshooting. Sie hat Bilder im Kopf, hat sich auf Pinterest inspirieren lassen. „Genau das möchte ich von uns beiden“ Die Pose stand dadurch ziemlich fest. Aber mal passte sein Arm hier nicht, dann waren die Augen zu. Er kam also langsam an seine grenzen und die Lust schwand. Sein Blick war also nicht mehr sooo frisch. Ansonsten passte nun aber alles. 
Da ich beide kenne, kam genau in dem Moment, als er noch mal richtig Motivation brauchte von mir ein Satz: „Versetzt Dich jetzt in den Moment, bei Eurer Hochzeit als Sie in der Kirche auf Dich zuläuft, was hast Du gedacht und gefühlt?“ - Geischtskehrtwende um 180° Grad. Komplett anderer Ausdruck. - Bild im Kasten!

 

Noch ein Beispiel: Du möchtest einen ausdrucksstarken Blick von Deinem Model. Cool, willensstark, Vorbild. Das soll Dein Portrait ausdrücken. 
Frag Dein Model mal, welchen Helden es als Kind hatte oder immer noch hat. Das kann ein Superheld sein z.B. Superman, oder ein Charakter einer Serie, oder Indianer Johns. Dann bittest Du Dein Model sich in diese Figur hineinzuversetzen. Wie mutig und stark er oder sie ist. Wie tollkühn und unerschrocken. Lass Dein Model richtig in diese rolle Schlüpfen. Vielleicht kannst Du die passende Titelmusik der Serie laufen lassen oder so etwas. Gib ihr oder ihm diese Geschichte in den Kopf und es kommen ganz andere Blicke. 

 

Okay. Ich denke Dir wird klar, was ich sagen möchte. Ich kann Dir nur raten es auszuprobieren und Du wirst aus jedem den Blick herausbekommen, den Du brauchst. Das schöne ist, Du kannst es mit dem Selbstauslöser und Deiner Kamera sofort an Dir ausprobieren. Versetzte Dich in eine passende Situation. Durchlebe eine Erinnerung oder eine fiktive Szene in Deinem Kopf und versuche darein zu schlüpfen. Dann erstellst Du Bilder. 

 

Viel Spaß
Dein Pascal

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Pascal von Guerard

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